Gedanken

Die letzten an der Bar

ganz entspannt lehne ich mich momentan zurück und lausche einem tollen Text einer meiner Lieblingsbands, den Broilers.

Wir verschütten das Bier und den Wein auf dem Boden.
Stoßen an auf uns, die da unten und oben.
Wir ertränken und ertrinken. Wir lassen laufen und versinken.
Und der Letzte der steht, wird zum nächsten, der geht.

 

Versinken

Ich lasse alles mal Revue passieren, all meine Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse der letzten Jahre.
Die Menschen die ich kennen lernen durfte, die Menschen die gingen, die Menschen die kamen und jene die an mir vorbei zogen.
Ich nehme die Umwelt und mein Umfeld heute anders wahr, was ist in der Zwischenzeit geschehen?
Noch immer Rebell, noch immer Freiheitsliebend, noch immer Ich – aber mein Umfeld hat sich gewandelt.
Vom Vollproleten zu dem Menschen der ich Heute bin.

Und so gehen die Tage und so gehen die Stunden
Und so gehen die Freunde und so drehen sich die Runden
Da ist ein Feuer in meinem Bauch, dieses Brennen hast du auch
Mein letztes Zittern lässt dich verstehen: Es ist Zeit für mich zu gehen

Brennen
„Du bist entspannter geworden“, „Du kapselst Dich immer mehr ab“, „Irgendwann wirst du keine Freunde mehr haben“.
Ja und?
Ich habe keine Kraft und keine Lust mehr für falsche Kompromisse, ich bin ehrlich mit mir selbst und mit anderen.
Wir alle sind in der Lage unser Umfeld und unsere Umwelt neu zu gestalten.
Wenn wir es wollen.
Wir können in Lethargie verfallen, wir können in der Vergangenheit schwelgen oder wir können uns auf machen.
Auf in ein neues Abenteuer, mit neuen Freunden, neuen Bekanntschaften, Menschen die uns Freude bereiten.
Es dauert und kommt nicht von Heute auf morgen, mit viel Geduld und Ausdauer – mit einem Blick auf das was wirklich zählt, schaffen wir das.
Meine Tochter kam ca. 3 Monate nach meinem Auszug zu mir.
Bis dorthin lebte ich alleine.

Ich stand morgens auf, ging zur Arbeit, fuhr nach Hause öffnete die Türe und kam in diese kalte, leere Wohnung.
Keiner der mir mit ausgestreckten Armen entgegen kam, niemand der sich freute dass ich Zuhause bin, kein Kinderlachen, Kein Kindergeschrei, keine endlosen Diskussionen, keine Emotionen!
Heute nehme ich Svenja bei der Hand und wir tun und lassen was wir wollen – Wenn wir Bock auf etwas wildes haben gehen wir auf einen Abenteuerpfad, gehen campen, machen uns schmutzig und suhlen uns im Matsch – einfach so – weil es Spaß macht.
Es haben sich neue Bekanntschaften aufgetan – einfach so!
Nur wer einmal unten war, weiß dass man auch da lachen kann, sogar lauter und fröhlicher.
In all dem Dreck, das weiß ich aus Erfahrung, findet man irgendwann Gold:
wundervolle Unterstützung, wortloses verstehen, Zusammenhalt.

Die oberflächlichen Freundschaften erkalten, ich vermisse Sie nicht.

 

Du musst stark sein, wenn ich dir sag’
Das geht in Ordnung auf seine eigene Art
Wir ertrinken irgendwann einmal
Die erste Runde auf die Letzten an der Bar

Stärke
“Oh Papa – du bist aber Stark” – Stärke, die Urkraft des Mannes.
Natürlich bringe ich alles in meiner Macht stehende auf um meiner Tochter eine schöne Kindheit zu bieten.
Aber Stärke bedeutet für mich nicht nur am lautesten gröhlen, den geilsten und längsten Furz abdrücken zu können (Wobei ich zugeben muss dass ich das noch immer drauf habe *Lach*).
Stärke ist auch dieser unbändige Optimismus der mich umgibt und jeder der sich darauf einlassen möchte ist Willkommen.
Stärke ist Menschen zu begeistern, Menschen zu helfen und positiv auf Menschen einzuwirken.
Stärke ist auch einmal in einem ruhigen Moment sich selbst zu reflektieren und zu sagen: Ja, das habe ich falsch gemacht!
Stärke ist los zu lassen.
Stärke ist zu erkennen dass Wut in Hass umschlagen kann.

Fokusieren wir uns nicht auf unsere Enttäuschungen sondern ziehen das Positive aus dem was wir in dieser Zeit mitgenommen und gelernt haben.

 

Ich gieße die Sorgen in ein Gläschen Wein
Und ich weine ins Glas und gieß’ noch mal ein
Lass mich eure Gläser sehen! Auf das Kommen und Gehen!
Diese Runde geht auf mich, die nächste auf Dich

Auf Euch
Natürlich habe ich meine Abende in denen ich über vieles nachdenke.
Abende in denen man der Lethargie verfällt.
Es könnte so vieles Besser laufen, es fehlt etwas neben Dir.
Vollkommen normal!
Jeder der behauptet es würde Ihm oder Ihr keine Menschlichkeit fehlen lügt sich selbst in die Tasche.
Ich kannn vieles überspielen, man kann vieles verdrängen aber die Sehnsucht holt uns irgendwann mal ein – das ist dieser Abend.
Aus diesen Abenden nehme ich aber vieles mit. Ich weiß mittlerweile exakt was ich möchte und was nicht.
Weiß wie ich meine Umwelt und mein Umfeld gestalten und mit welchen Menschen ich mich umgeben möchte.
Ich gehe gestärkt aus diesen Abenden!

 

Wir sind die Letzten, die Letzten an der Bar
Das geht in Ordnung auf seine eigene Art
Und ich bin einer von Millionen

Wir sind viele, aber was heißt das schon?
Wir ertrinken irgendwann einmal
Die erste Runde auf die Letzten an der Bar

Wir sind viele
…und jeder ist Einzigartig.
Wir haben Visionen, Wünsche, Träume und Vorstellungen.
Ich für meinen Teil habe beschlossen dass ich versuche meine Vorstellungen umzusetzen.
Nehme meine Tochter bei der Hand und begleite Sie ein Stück in Ihrem Leben und zeige ihr etwas von dieser phantastischen Welt.
– Ich träume von einem Roadtrip durch Europa in einem alten Bully
– Ich träume davon mehr Zeit für mich und meine Tochter zu haben
– Ich habe die Vision einer kleinen Agentur
– Ich habe die Vision anderen Menschen zu helfen
– Ich möchte Unsere kleine Geschichte erzählen um zu zeigen dass niemand alleine is, egal wie schwer er/sie es hat

Ob das alles in Erfüllung geht weiß ich nicht aber sie treiben mich voran und motivieren mich täglich.

Das sind meine Vorstellungen und Träume – was sind Deine?

 

Ein Prost aus der Bar des Lebens! Auf Euch, Auf Uns, Auf unsere Kinder und auf unsere Zukunft!

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